Was ist DNA-Barcoding?

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DNA-Barcode

Erinnert sehr an industrielle Strichcodes: Bildausschnitt eines DNA-Barcodes

Ein Strichcode auf Lebensmittelverpackungen identifiziert sicher jedes Produkt im Supermarkt. Nach dem gleichen Prinzip gehen Wissenschaftler vor, die das DNA Barcoding zur Bestimmung von Arten betreiben. Es genügt bereits ein kleiner DNA-Abschnitt eines Markergens – bei Tieren das sogenannte mitochondriale CO1-Gen - um eine Art zuverlässig bestimmen zu können, denn:  Die individuelle Abfolge der Basenpaare der CO1-Gen-Sequenz (DNA Barcode) ist für jede Art absolut einzigartig und sie kommt in allen Tierarten vor!
So ermöglicht der DNA Barcode sowohl die Identifizierung bekannter Arten, als auch die Entdeckung neuer.

Die Münchner Forscher kooperieren dabei eng mit dem kanadischen Projekt iBOL (International Barcode of Life), dessen Leiter Paul Hebert in Kanada ein großes Analyselabor aufgebaut hat. Da das CO1-Gen mit seinen 650 Basen-Bausteinen sehr kurz ist, kann es dort leicht, schnell und kostengünstig entziffert werden.

DNA-Bibliothek des Lebens

Inzwischen werden in Kanada mit modernsten Sequenzierrobotern Genproben aus aller Welt im Minutentakt aufgearbeitet. Die gewonnenen Daten werden per Online-Datenbank (BOLD, Barcode of Life Data Systems) den beteiligten Forschern zur Verfügung gestellt. Analog zur Kriminalistik reichen kleinste Haut-, Haar- oder Gewebeproben für eine Analyse aus. Bei Insekten wird gewöhnlich ein Bein untersucht, so dass das übrige Tier weiterhin als Beleg zur Verfügung steht. Auch Eier oder Larvalstadien von Insekten oder kryptische Arten, die bisher nicht oder kaum bestimmbar waren, lassen sich mit diesem Verfahren eindeutig identifizieren.

Aufgrund des digitalen Formats von DNA Barcode Datenbanken können Arten voll automatisiert identifiziert werden, und die Daten – nach eingehender Überprüfung - öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Solch ein Vorteil kann unsere Möglichkeiten zur Überwachung, Kenntnis und Regelung der Biodiversität stark verbessern, mit tiefgreifenden wissenschaftlichen, forensischen, epidemiologischen und ökonomischen Folgen.