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März 2017: Gemeine Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

Amphibien sind eine eher artenarme Tiergruppe. Von den weltweit ca. 7000 Arten fallen manche durch ihre bemerkenswerte Lebensweise auf.

Alytes obstetricans

Üblicherweise legen Froschlurche ihren Laich im Wasser ab, aus dem dann Kaulquappen schlüpfen, die sich nach einiger Zeit in kleine Fröschlein verwandeln und das Wasser verlassen. Dies trifft für fast alle der bei uns heimischen Frösche und Kröten zu. Da erwachsene Amphibien ja an Land leben, können Sie zur Fortpflanzung Gewässer nutzen, die für Fische und andere Wassertiere nicht zugänglich sind, weil sie keine Verbindung zu anderen Gewässern haben oder regelmäßig austrocknen. So entwickeln sich die Kaulquappen in einer Umgebung, in der sie nur geringem Druck durch Nahrungskonkurrenten und Fressfeinde ausgesetzt sind.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass solche Gewässer in manchen Jahren nur sehr kurze Zeit Wasser führen – zu kurz, um die gesamte Zeitspanne vom Ablaichen über den Schlupf der Kaulquappen bis zum Landgang der Jungfrösche zu decken. Insbesondere in niederschlagsarmen Regionen haben die meisten Amphibienarten es dadurch schwer, geeignete Fortpflanzungsgewässer zu finden, denn stabilere Gewässer sind oft von zahlreichen Laich- und Larvenräubern besiedelt.

Die Geburtshelferkröte löst dieses Problem, indem sie ihre Eier nichts ins Wasser legt, sondern mit sich transportiert. Das Weibchen legt zusammenhängende Eischnüre an Land ab, die das Männchen um seine Beine wickelt. Daher rührt auch der Name der Art. Der Vater trägt den Laich nun bis zu 50 Tage mit sich, bis die Kaulquappen schlupfreif sind. Sie werden dann ins Wasser entlassen. Die kritische Phase der Laichentwicklung, bei der sonst oft große Verluste durch Räuber entstehen, wird so umgangen.

Die Geburtshelferkröte besiedelt nur den Westen Deutschlands und kommt in Bayern nur im äußersten Nordwesten vor.

Foto: Michael Franzen