Januar 2017: Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)

Das Rufen von Heuschrecken ist im Sommer allgegenwärtig. Nicht alle der 87 in Deutschland heimischen Arten sind jedoch häufig, und manche sind sogar vom Aussterben bedroht.

Gefleckte Schnarrschrecke

Eine der am stärksten gefährdeten Arten ist die Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata). Global gesehen ist die Art zwar in weiten Teilen Eurasiens verbreitet, in Deutschland stößt sie jedoch an ihre Westgrenze und kommt heute ausschließlich auf Kiesbänken am Oberlauf der Isar vor.

Die Gefleckte Schnarrschrecke gehört mit bis zu 4 cm Körperlänge zu den größten heimischen Feldheuschrecken. So lange sie ruht, ist sie dennoch gut getarnt, da sie dank ihrer grauen Färbung mit dem Kiesboden nahezu verschmilzt. Wird sie aufgescheucht, fliegt sie auf und landet in bis zu 50 m Entfernung. Dabei zeigt sie ihre leuchtend roten Hinterflügel und produziert ein schnarrendes Fluggeräusch, das so charakteristisch ist, dass es sogar zur Unterscheidung von anderen im Lebensraum vorkommenden Arten dienen kann. Nach der Landung wird die Schrecke sofort wieder "unsichtbar", was ihr einen sehr guten Schutz vor Räubern bietet.

Die Seltenheit der Schnarrschrecke ist durch den Verlust geeigneter Lebensräume bedingt. Früher kam die Art an fast allen Alpenflüssen und –bächen bis weit ins Voralpenland vor. Durch gewässerbauliche Maßnahmen wurden immer größere Teile ihres Lebensraumes verändert. Heute steht der größte Teil ihres Lebensraumes unter Naturschutz, und die Populationen der Gefleckten Schnarrschrecke werden regelmäßig überwacht. Es bleibt zu hoffen, dass diese Maßnahmen das Überleben dieser beeindruckenden Insektenart in Deutschland ermöglichen.