August 2016: Cryptops umbricus (Cryptops umbricus)

Erstfund für Deutschland: Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München konnten durch DNA-Barcoding den Hundertfüßer Cryptops umbricus erstmals für Deutschland nachweisen.

Hundertfüßer Cryptops umbricus

Das Tier aus der Hundertfüßer-Familie der Riesenläufer (Scolopendromorpha, Skolopender) wurde kürzlich in einem Steinbruch im Raum Solnhofen aufgesammelt. Bisher waren aus Deutschland nur drei Riesenläuferarten bekannt. Grundsätzlich sind die wärmeliebenden Skolopender eher in tropischen Gebieten beheimatet. Zunächst wurde der neue Riesenläufer für Cryptops anomalans gehalten, der schon seit längerer Zeit in Deutschland beheimatet ist und der Cryptops umbricus zum Verwechseln ähnlich sieht.

Erst beim Vergleich der Gensequenzen stellte sich heraus, dass es sich bei den in Solnhofen gefundenen Tieren um Cryptops umbricus handelt. Wie auch C. anomalans wird diese Art bis zu 40 mm lang, besitzt 21 Beinpaare und lebt in Südeuropa hauptsächlich in Wäldern und Gebüsch.

Bestimmt wurden die Skolopender im Rahmen eines GBOL-Teilprojektes: Eine Myriapoden-Arbeitsgruppe hat es sich zum Ziel gesetzt eine komplette Referenz-Bibliothek aus den DNA-Barcodes aller 200 in Deutschland heimischen Tausend- und Hundertfüßerarten zu erstellen. Bisher waren aus Deutschland nur drei Riesenläuferarten bekannt. Ohne DNA-Barcoding wären die Wissenschaftler an der ZSM vermutlich nie darauf gekommen, dass das Solnhofner Tier zu einer weiteren, vierten Art gehört.