März 2016: Gemeiner Totengräber (Nicrophorus vespillo)

In Deutschland gibt es acht Arten der Gattung der Totengräber (Nicrophorus), von denen aktuell sieben auch in Bayern belegt sind. Das hier abgebildete Highlight Nicrophorus vespillo  - der Gemeine Totengräber – stellt die wohl bekannteste Art aus der Familie der Aaskäfer (Silphidae) dar.

Gemeiner Totengräber

Nicrophorus vespillo ist die einzige Totengräberart, die sowohl in Nordamerika als auch in Eurasien vorkommt. Fünf der acht heimischen Arten wurden von den Forschern der Zoologischen Staatssammlung  München bereits genetisch analysiert, und deren Barcodes online verfügbar gemacht.

Grundsätzlich nutzt der Gemeine Totengräber hauptsächlich Aas von kleinen Tieren um seine Brut mit Nahrung zu versorgen. Dabei werden adulte Totengräber durch den bei der Verwesung entstehenden Aasgeruch angelockt und graben den Tierkadaver oberflächlich ein bzw. unterhöhlen diesen. Die Totengräberweibchen legen schließlich ihre Eier in Gänge unterhalb der Tierleiche und bereiten einen Zugang ins Innere des Kadavers für die frisch geschlüpften Käferlarven vor. Diese ernähren sich bis kurz vor Ende ihres Larvalstadiums vom Aasinneren und verpuppen  sich anschließend in unmittelbarer Nähe zu ihrer Bruthöhle. (Quelle: Wikipedia-Artikel zu Gemeiner Totengräber, Gattung Totengräber)

Von großem Nutzen ist die nekrophage Käferart  - unter etlichen anderen nekrophagen Insekten -  für die entomologischen Forensiker in der Kriminalbiologie zur Ermittlung des Todeszeitpunkts bzw. der Liegezeit einer Leiche. Hierbei werden die Entwicklungsstadien, Anzahl und Artzusammensetzung der leichenbesiedelnden Insekten ausgewertet. In der Familie der Aaskäfer gibt es noch etliche weitere Käferarten, die hier eine große Rolle spielen, allen voran Nicrophorus humator, drei Arten der Gattung Thanatophilus und und der Ufer-Aaskäfer Necrodes littoralis.

Das DNA-Barcoding ermöglicht es nun, die mittels klassischer Taxonomie nicht bestimmbaren Eier und Larvenstadien der Besiedlungsorganismen sehr schnell und zuverlässig zu identifizieren – denn der genetische Fingerabdruck einer Art ist immer derselbe – egal ob Ei, Larve oder fertiges Insekt. So ergibt sich ein für die Ermittler sehr wertvoller Zeitgewinn bei der Aufklärung von ungeklärten Todesfällen.